17. Juli 2018 

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Basketball-Fans

In dieser neuen Rubrik wollen wir Euch von Zeit zu Zeit Vereinsmitglieder vorstellen, für die Basketball etwas ganz Besonderes ist, ein grosser und wichtiger Teil ihres Lebens. "Basketball ist mein Leben" ist das Motto. Viel Spass beim Lesen!

 

Wer findet, dass Basketball auch in ihrem oder seinem Leben eine grosse Rolle spielt, wendet sich an Katha Kinast (Öffentlichkeitsarbeit/Medien) - wer weiss, vielleicht gibt es dann bald weitere Berichte an dieser Stelle. Wir freuen uns schon jetzt darauf! 


NISRIN und LEO: "Was wir an unserem Verein lieben" / Dezember 2018

Nisrin und Leozwei junge Erlenbacher, die eine Leidenschaft teilen: Beim einzigen Basketballverein an der Goldküste, dem BC Küsnacht-Erlenbach, jagen beide dem orangenen Leder hinterher. Nisrin (22) spielt in der ersten Damenmannschaft in der 2. Liga Regional, Leo (10) in der U11.

 

Beide erzählen, warum sie ihren Sport so lieben und was sie mit ihrer Heimat Erlenbach verbinden.

Sowohl Nisrin als auch Leo sind in Erlenbach aufgewachsen. Leo geht in die 4. Klasse der Primarschule Erlenbach, während Nisrin diese Zeit schon lange hinter sich hat: Die gelernte Fachfrau Gesundheit studiert aktuell Gesundheitsförderung und Prävention an der ZHAW. Für ihre Mannschaft koordiniert sie viel Organisatorisches und ist die rechte Hand des Coaches. Dass Basketball ein Teamsport ist, finden beide toll. „Es ist schön, sich gegenseitig zu motivieren, zusammenzuhalten und Verantwortung zu übernehmen“, meint Nisrin. Leo mag nicht nur den Teamspirit, sondern vor allem, „dass es eine Sportart ist, die nicht jeder macht, ein schnelles und besonderes Spiel.“ 


Nisrin hatte zunächst Akrobatik gemacht und suchte dann einen Ausgleich. So kam sie im Alter von 13 Jahren zum BCKE. Obwohl der Verein über die letzten Jahre gewachsen ist, schätzt sie die familiäre Atmosphäre, die gegenseitige Unterstützung und Hilfsbereitschaft. Schön wäre es ihrer Meinung noch, wenn sich die Verantwortung und die Aufgaben im Verein zukünftig auf mehrere Schultern verteilen würde. Für die Damenmannschaft hat sie im Sommer ein Camp organisiert. „Nach Training und Freundschaftsspiel haben wir uns im Anschluss etwas Wellness gegönnt und abends zusammen gekocht.“ Ebenfalls war Nisrin im Sommer beim Girls´ Day vom BCKE dabei, bei dem sie jungen Mädchen den Basketballsport näher gebracht hat. Überhaupt wünscht sie sich, dass sich mehr Mädchen dem Verein anschliessen und diesen tollen, schnellen Sport für sich entdecken.

 

In Leos Mannschaft, der U11, stehen Mädchen und Jungs noch gemeinsam auf dem Feld. Die Saison startet gerade mit den ersten Turnieren. Im vergangenen Jahr erreichte die Mannschaft am Ende den 2. Platz von 22 Teams und damit die Vize-Meisterschaft des Nordostschweizer Basketballverbands Probasket – ein toller Erfolg! Was Leo am BCKE so gut gefällt? „Die Camps in den Ferien! Und die Spiele der Herren 1 in der Nationalliga B.“ Obwohl Leo eigentlich Dirk Nowitzki-Fan ist, der bei den Dallas Mavericks in der NBA spielt, hat er ein Vorbild direkt im Verein: der Meilemer Ryan Muhr, der in diesem Jahr in die Schweizer U16-Nationalmannschaft berufen wurde. 

 

Ein toller Sport in einem tollen Verein, und das an einem tollen Ort – was mögen Leo und Nisrin denn so gern an Erlenbach? Beide sind sich einig: „Es ist ein schöner Ort am See, sehr stadtnah und mit einer prima Anbindung an Zürich.“ Und Leo ergänzt noch, dass ihm die Schule sehr gut gefällt. Sein Lieblingsplatz ist der Freiplatz am Allmendli. „Aber es wäre gut, wenn die Basketballkörbe dort erneuert werden könnten.“ Und was sollte es seiner Meinung nach in Erlenbach noch geben? „Ein nettes Café wäre toll!“ „Ja, ein Café!“ findet auch Nisrin, „Eines, das auch für jüngere Leute ein Anlaufpunkt ist, mit locker-flockiger Atmosphäre.“ Ihr Lieblingsort ist das Turmgut mit der wundervollen Aussicht.

 

Und beide wünschen sich auch, dass sich noch mehr Leute für Basketball interessieren. „In der Allmendli-Halle zum Beispiel gibt es so viele spannende Spiele – und auch einen Kiosk-Verkauf“, meint Leo. Nisrin ergänzt: „Es ist ein fairer Sport – und er findet drinnen statt, also völlig wetterunabhängig. Man sollte einfach einmal ungeniert reinschnuppern. Egal ob Mädels oder Jungs, es ist für jeden etwas dabei: jedes Alter, jedes Niveau.“ 

 

Dem ist nichts hinzuzufügen, denn dies wünschen wir uns auch und freuen uns weiterhin auf spannende, faire Spiele in allen Klassen und eine erfolgreiche Saison.

 

Interview und Bericht von Katha Kinast, BCKE Öffentlichkeitsarbeit / Medien, November 2018

Auszug aus dem Interview ist als Kurzartikel erschienen im Erlenbacher Dorfbott

Winterausgabe 2018, Ausgabe Nr. 132, Dezember 2018


RYAN MUHR: Auf dem Sprung ins U16-Nationalteam / Juli 2018

Auf dem Sprung ins U16-Nationalteam

Der Meilemer Basketballer Ryan Muhr will hoch hinaus

 

Viele kennen ihn aus der Sporthalle, mit einem Ball in der Hand und im Einsatz für den unseren Verein: Ryan Muhr, geboren am 17.08.2002 in Männedorf, aufgewachsen und wohnhaft in Meilen. Doch wer steckt hinter der ambitionierten Nachwuchshoffnung? Wir hatten die Gelegenheit, Ryan an einem heißen Sommernachmittag zu treffen und ihn in einem Gespräch näher kennen zu lernen.

Eigentlich trifft man ihn an einem Tag wie diesem in der Badi in Meilen. Meilen ist Ryans Heimat. „Ich bin hier aufgewachsen, wohne hier, gehe hier zur Schule und bin mit meiner Familie hier einfach verwurzelt. Es ist ein ruhiger, schöner Ort mit freundlichen Menschen. Es gibt viele Veranstaltungen und Feste.“ So geht es für ihn im Anschluss an unser Gespräch auch direkt weiter zum Kirchgassfest. 

Ryan trifft gern Freunde, im Garten oder auch mal zum gamen. Er mag eigentlich alle Sportarten und was die Fussball-Weltmeisterschaft angeht, vermag er auch einen Tipp abzugeben: „Ich denke, dass Uruguay den Titel gewinnt. Aber wünschen würde ich es England!“ 


Zum Zeitpunkt des Gesprächs hoffte er übrigens noch auf den Viertelfinal-Einzug der Schweizer Nati – da war er sich eigentlich sicher ... mittlerweile wissen wir, dass weder die Schweiz, noch Uruguay das Achtel- bzw. das Viertelfinale überstanden haben. Zumindest England kann er ja weiter die Daumen drücken.

Daumen drücken ist auch eine Qualität seiner Familie und Freunde. Der bald 16jährige freut sich sehr über deren grosse Unterstützung. Sie begleiten ihn zu vielen Spielen, nehmen dafür einige Kilometer Fahrt auf sich, was Ryan sehr zu schätzen weiss. Und Mama Mariame weiss um sein besonderes Talent. „Er ist immer 100% dabei. Basketball ist einfach sein Leben!“ Sie muss es wissen, denn sie war selbst Nationalspielerin der Elfenbeinküste, bevor sie vor 23 Jahren in die Schweiz kam. Sie spielt nun in der zweiten Damenmannschaft und auch Ryans Schwester Kate spielt beim BCKE in der U11.

 

Ryan spielte früher öfter draussen auf dem Freiplatz und Michael Jordan war sein Lieblingsspieler. Seine Mama meldete ihn schliesslich beim BCKE - damals hiessen wir noch Basketballclub Küsnacht-Erlenbach - an und so begann er im Alter von 11 Jahren bei der U12, das Basketball-Einmaleins zu lernen. 

Er erinnert sich, dass anfangs noch alles sehr neu für ihn im Training war, aber er ist dabeigeblieben.

Lediglich vor zwei Jahren pausierte er einmal kurzfristig, weil er keine Fortschritte mehr sah. In dieser Zeit machte er einen „Ausflug“ zum Fussball, merkte aber schnell, dass dies nicht sein Sport ist und kehrte zurück zum orangenen Leder – zum Glück, und mit grossem Erfolg. Denn gerade im letzten Jahr verbesserte er sich merklich.

Ryan war in der vergangenen Saison in gleich drei Mannschaften aktiv: in der U17, in der U20 und bei den Herren 1. Mit den Herren schaffte er sogar den Aufstieg in die Nationalliga B. Dort gibt es für ihn noch viel Neues zu lernen, denn wie er sagt, geht es dort um viel mehr Theorie, wie zum Beispiel Laufwege und Spielsysteme. Aber Ryan mag Herausforderungen, ist motiviert und hat eine positive Einstellung: „Man kann sich immer verbessern, es gibt immer etwas, an dem man arbeiten kann und wenn man dranbleibt, sieht man schnell Erfolge. Die Hauptsache ist, dass man den Glauben nicht verliert.“

Dranbleiben, nicht aufgeben und den Glauben nicht verlieren – dieses Motto passt perfekt zu seinem bislang schönsten Sieg, den er mit der U17 gegen Aarau feierte: „Nachdem wir fast die gesamte Spielzeit über einem grossen Rückstand hinterhergelaufen sind, haben wir es in die Verlängerung geschafft, das Match gedreht und noch gewonnen – und ich habe dabei 36 Punkte erzielt.“

Ryan trainiert beinahe täglich, wenn nicht mit einem der Teams, dann individuell auf dem Freiplatz. Aufgrund seiner Grösse von 1,90 m, seiner Schnelligkeit und Sprungkraft kann er auf verschiedenen Positionen spielen, hauptsächlich jedoch auf der des Power Forwards. Er ist ein Teamplayer, verfügt über eine gute Spielübersicht und ein sicheres Dribbling.

Seit dieser Saison kann es auch schon einmal spektakulär werden und krachen, denn Ryan schafft mittlerweile einen Dunking. Glücklicherweise war beim ersten erfolgreichen Dunk sein Grossvater mit der Videokamera vor Ort, um diese Szene festzuhalten.

Vor zwei Monaten hatte Ryan sich den Knöchel verletzt, der Heilungsprozess dauerte. Aktuell steht er wieder voll im Training und arbeitet vor allem an seinen Schwächen. Wie er selbst sagt, sind dies vor allem die Defense und sein Wurf.

 

Im Frühjahr dann das vorübergehende Highlight: wegen eines ausgefallenen Trainings war Ryan mit seiner Mama in der Halle am Trainieren, als der Vereinspräsident Robert Gerristma ihm die überraschende Nachricht überbrachte, dass der Meilener für den erweiterten Kader des Schweizer U16-Nationalteams nominiert wurde. „Ich war in diesem Moment fast ein bisschen geschockt, denn natürlich ist es ein Traum und auch cool, für mein Land zu spielen.“

Sein Coach Tresor Quidome hatte Ryan beim Trainer der Nationalmannschaft ins Gespräch gebracht. Nun geht es für ihn am 07. Juli zu einem Entwicklungscamp nach Chiavenna/ Italien, wo er sich eine Woche lang auf den anschliessenden Lehrgang in Belgrad vorbereitet. Dort wird der 16er-Kader dann auf 12 Spieler reduziert, die dann letztendlich im August zur EM ins bosnische Sarajevo reisen.

 

Dies ist Ryans nächstes Etappenziel, für das er täglich akribisch trainiert – neben Schule, Hausaufgaben und Prüfungen. Aktuell besucht er noch die dritte Sek. in Meilen/ Allmend. Vor allem Mathematik liegt ihm gut. Er spricht Deutsch, Französisch und Englisch. Nach den Sommerferien beginnt er eine Lehre zum Zeichner Fachrichtung Architektur beim Architekturbüro Giuliani Hönger in Zürich. Das bedeutet pro Woche drei Tage arbeiten und zwei Tage die Schulbank drücken.

Natürlich ist es der Traum von jedem Basketballer, einmal in der NBA zu spielen, so auch meiner.“ Sein Lieblingsspieler ist Kyrie Irving von den Boston Celtics. Auch Fans hat Ryan schon ein paar. So wurde er einmal gefragt, ob er in der NBA spiele und ein Mädchen bat ihn in der Schulpause um ein Autogramm. Ryan geht das alles step by step an. Wenn es mit einer Zukunft als Profi nicht klappt, wird er auf jeden Fall weiterhin sportlich aktiv sein, denn nur im Büro zu sitzen, kann er sich nicht vorstellen.

Vorstellen kann er sich aber, selbst als Trainer tätig zu sein. So hat er bereits die Kinder der U9 unterstützt und den Grundlagenkurs zum 1418-Coach gemacht. Er schätzt es sehr, Teil des Teams zu sein. „Es macht wirklich viel Spass, weil alle immer voll motiviert sind. Und vor allem Tresor als Coach habe ich sehr viel zu verdanken!“ 

 

Zum Abschluss betont Ryan noch einmal: „Jeder soll an sich glauben und Spass haben, bei dem was er tut. Es gibt immer einen Weg, um Erfolg zu haben!“ Das hat er bislang ja erfolgreich unter Beweis gestellt und ist damit schon ein tolles Vorbild.

 

Ganz viel Spass und Erfolg, lieber Ryan, für das Projekt Nationalmannschaft, für die Ausbildung und für die neue Saison. Bleib so positiv und motiviert! Danke für das tolle Gespräch.

 

Interview und Bericht von Katha Kinast, Öffentlichkeitsarbeit / Medien, Juli 2018

Auszug aus dem Interview ist als Kurzartikel erschienen im Meilener Anzeiger, 13. Juli 2018